Abgabe! Schluss, aus, vorbei!

Nach der anstrengenden Abschlussphase im Studium hat man sich den Urlaub richtig verdient! Der muss jetzt aber nochmal sechs Wochen auf mich warten.

Im Februar angemeldet, im März offiziell zugelassen; In meiner Abschlussarbeit beschäftige ich mit dem Phänomen des „twitterns über Fernsehen“. Aus der Idee, meine Arbeit im Blog zu begleiten, ist leider nicht viel geworden. Vergessen ist sie aber nicht!

Sechs Monate Bearbeitungszeit, zwei Jobs, ein Umzug … mehr Material für die Auswertung als geplant … das verlangt eine Verlängerung. Netterweise wurde mein Antrag vom Prüfungsamt bewilligt.

Schluss, aus, vorbei! heißt es dann also erst in sechs Wochen. Um genau zu sein, am 2. November 2012. Dann aber wirklich!

Online forschen und Forschungsethik: Blogge und tweete, aber mach es nicht öffentlich!

Darf ich das eigentlich? Ich meine, über meine Abschlussarbeit bloggen. Wie konkret darf ich dabei sein und welche Maßnahmen muss ich ergreifen, um forschungsethisch korrekt zu arbeiten?

Hatte ich noch vor wenigen Monaten kühn geschrieben, ich wolle meine Master Thesis online begleiten, so stelle ich mir nun immer mehr Fragen: Darf ich eigentlich öffentlich über meine Aktivitäten bloggen? Welche Informationen darf ich publizieren? Reicht ein Hinweis in der Arbeit, dass möglicherwiese Inhalte zu einem Teil oder in Gänze auf dieser Seite veröffentlicht (und diskutiert) wurden? Wär ich dann fein raus? Denn grundsätzlich versichere ich mit der Abgabe der Arbeit ja, diese eigenständig angefertigt und alle verwendeten Quellen angegeben zu haben.

Ich will wissen, wie andere mit diesen Fragen umgegangen sind und führe eine schnelle (und unsaubere) Suche bei Google durch. Ich rufe zwei Beispiele auf: Während das eine geschlossen und leer ist, ist das andere mit Einträgen gefüllt, stellt sogar Exposé und Präsentation zum Download bereit und ist darüber hinaus auf Kommunikation ausgelegt! Der Autor hat sogar auf Kommentare geantwortet. Saubere Arbeit!🙂 Nur leider finde ich in beiden Fällen keine Möglichkeit, Kontakt mit den Autoren aufzunehmen.

Mir fällt ein, dass ein Freund über seine Abschlussarbeit gebloggt hat und frage ihn zu seinen Erfahrungen. Er schreibt:

Mit meiner Betreuerin und meinem Betreuer war das nicht abgesprochen und ist auch nicht in die Bewertung eingegangen. Leider. Es wurde kaum wahrgenommen, eher nur als begleitend und strukturierend für mich.

Obwohl das Blog nicht genehmigt war und auch keine Diskussion entstand, weist er auf einen ganz gewinnbringenden Aspekt hin: Struktur. Tatsächlich arbeite ich anders, wenn ich weiß, dass ich darüber blogge. Anstatt alles Gelesene anzuhäufen. in Notizen zu fassen und irgendwann den Durchblick zu verlieren… sortiere ich alle Informationen zeitnah und sorge so für einen besseren Überblick.

Mein Erstprüfer zu der Ide, ein Blog zu führen: „Klar, machen Sie’s!“ – und mögliche Kommentare von Besuchern des Blogs, die konkrete Tipps und Kritik enthalten? „Wenn Sie in der Bibliothek vor dem Bücherregal stehen und Ihnen jemand einen Tipp gibt, ist es genau das Gleiche“, sagt er und sieht somit keinen Hinderungsgrund.

Nun stellt sich hinsichtlich der Forschungsethik eine ganz wichtige Frage: Wie wahre ich die Anonymität meiner Interviewpartner?

Zwar werde ich alle Namen für die Arbeit anonymiseren, doch sind alle Blogbeiträge, Tweets und sonstige Interaktionen öffentlich! Da ich Interviews führen möchte, muss ich die Nutzer auch geschützt kontaktieren können. Die Interviews sind im besten Fall sehr aufschlussreich, d.h. detailliert und persönlich. Es geht also auch um Privatsphäre.

Nehmen wir einmal an, dass Max, alias @maxmustermann, mir in einem öffentlichen Tweet @beispielbaerbel empfiehlt. Bärbel findet das Forschungsprojekt ganz interessant und ich darf, nach Kontaktaufnahme per Direktnachricht, ein Interview mit ihr führen. Das Interview enthält persönliche Details zu ihrem Tagesablauf, ihren Interessen, Vorlieben usw. In der Arbeit gebe ich Bärbel den Namen Nicki. Das Problem mit der Anonymität besteht darin, dass bei Twitter auch im Nachhinein erkennbar ist, dass Max mir Bärbel empfohlen hat. Um mit Bärbel Kontakt aufnehmen zu können, müssen wir uns gegenseitig folgen – dann liegt nahe, dass ich mit ihr ein Interview geführt habe. Bei gut fünf Interviews wird es dem Leser sehr einfach fallen, Bärbel zu identifizieren. Möglicherweise liest jemand die Arbeit, erkennt Nicki als Freundin Bärbel und spricht sie später auf Informationen an, die nur aus der Arbeit sein können. Unangenehm, oder?

Auf der einen Seite bin ich verantwortlich für den Schutz meiner Interviewpartner. Da ich online und öffentliche forsche, tragen auch meine Interviewpartner einen Teil der Verantwortung. Das muss ich entsprechend kommunizieren.

A propos Kommunikation: Nachdem ich nun in der vergangenen Woche bereits aufgerufen habe, mir Tipps zu geben, habe ich einige Tage Zeit gehabt, über das Feedback nachzudenken. Eine Konsequenz ist, dass ich zwar weiter über meine Abschlussarbeit blogge, aber nicht in diesem Blog. Um eindeutig aufzeigen zu können, dass ich Student an der Universität Bremen bin und als Forscher blogge und twittere, ziehe ich um…

Ab sofort geht es auf dem Blog Twittern über Fernsehen weiter,  welches von der Universität Bremen gehostet wird. Ich beginne gerade damit, alles einzurichten. Inwiefern der neue Account bei Twitter sinnvoll ist, wird sich noch zeigen😉 Ich halte euch darüber auf dem Laufenden und er kann natürlich auch als Kontaktmöglichkeit genutzt werden.

Vielen lieben dank all jenen, die mich bereits durch Tipps, Kritik, Retweets und Ähnliches unterstützt haben🙂

Twittern über Fernsehen. Wer macht das eigentlich?

Bitte beachte, dass der Aufruf in dieser Form nicht mehr aktuell ist. Der Aktuelle ist im Blog Twittern über Fernsehen zu finden: Wer twittert über Fernsehen?


In meinem Forschungsprojekt möchte ich auch untersuchen, wie private Nutzer des Micro-Blogging Dienstes Twitter Fernsehen.

Ich will in einem ersten Schritt herausfinden, wer über Fernsehen twittert:

Welche Nutzer kennst du, die über Fernsehen twittern?

Am besten erfüllen die Nutzer die folgenden Kriterien:

  1. Bei dem oder der Nutzer/in von Twitter handelt es sich um eine Privatperson.
  2. Er oder sie veröffentlicht regelmäßig Nachrichten (Tweets) über Fernsehen.
  3. Der oder die Nutzer/in lebt in Bremen und Umzu, Niedersachsen oder Hamburg.

Bitte richtet eure Hinweise und Empfehlungen nicht öffentlich an mich. Das hat nichts mit Geheimniskrämerei zu tun, sondern damit, dass ich für die Anonymität meiner Interviewpartner sorgen muss.

Schickt mir stattdessen bitte eine Direktnachricht an @jplusgo oder, noch besser, eine E-Mail an jgoslar@uni-bremen.de. Außerdem könnt ihr mir auch direkt unter diesem Artikel in einem Kommentar Nutzer empfehlen. Alle Kommentare in diesem Blog müssen manuell von mir freigegeben werden – auch wenn euer Beitrag nicht unterhalb dieses Artikels erscheint, erhalte ich eure Nachricht.

In der kommenden Woche werde ich dann auch mein Forschungsprojekt im Blog vorstellen. Trotzdem läuft die Erhebung schon an. Also: Vielen Dank für jeden Tipp!

Welche Nutzer kennst du, die über Fernsehen twittern?